GRÜNE Position zum Rupprecht-Haus und Stadtumbau-Planungen

In der letzten Ratssitzung des Jahres 2025 standen wegweisende Entscheidungen auf der Tagesordnung. Zum einen sollte eine Kenntnisnahme, verbunden mit einem Entschluss zur Entwurfsplanung des Rupprecht-Hauses erfolgen, zum anderen die Anmeldung des ISEK (integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) zur Städtebauförderung STEP 2026. Hierauf folgend sollte dann auch das Neue Stadtumbaugebiet „Gevelsberg Zentrum 2035“ festgelegt werden.

Bildnachweis: Planungsteam Büro ATP Frankfurt Planungs GmbH Planungsstand: 02.12.25

In der Ratssitzung wurde die Kostenberechnung zum Umbau des Rupprecht-Hauses durch Herrn Knezovic von den Technischen Betrieben erläutert.

Unsere Fraktion hat sich nach intensiven Beratungen die Entscheidungen nicht leicht gemacht, weil wir natürlich vom Grundsatz her die Notwendigkeit sehen, dass unsere Stadt sich weiterentwickeln muss. Bei der Abstimmung zwischen Dachgarten-Variante und Parkplatz-Variante auf dem Rupprecht-Gebäude haben wir uns für erstere entschieden. Den Beschluss für die Entwurfsplanung haben wir jedoch abgelehnt!

In Summe reden wir beim Rupprecht-Haus derzeit von Baukosten von über 55.000.000 €, was leider in der Presse als „mehrere“ Millionen verniedlicht wird. Anstatt das Bauvolumen und die Ausstattung wegen der massiv gestiegenen Baukosten zu reduzieren, wird die jetzige Planung als alternativlos dargestellt. Es wäre sicherlich möglich, das Gebäude um eine Etage zu kürzen, anstatt es, wie in der jetzigen Planung, um ein 5. Geschoss zu erhöhen. Das würde auch von der Dimension und Optik her besser in die Mittelstraße passen, als so ein Riesen-Klotz.

Die Bücherei und die Musikschule an diesem zentralen Ort im Rupprecht-Bau zusammenzuziehen ist der richtige Weg, aber das sollte mit deutlich geringeren Kosten möglich sein. Die Bücherei-Leitung hat viele gute Vorschläge gemacht, die Angebote sind jedoch mit dem aktuellen Personal nicht umsetzbar und ergeben mit den aktuellen Öffnungszeiten auch nur wenig Sinn.

Die Stadt will hier ein Prestigeobjekt unverändert durchziehen, obwohl bereits die nächsten Großprojekte wie die neue Dreifeld-Sporthalle und die Renovierung des Schwimm-Inn anstehen.

Die Anmeldung des ISEK haben wir ebenfalls abgelehnt. Die Kosten wurden hier nicht nachvollziehbar dargestellt, Alternativrechnungen für den Neubau von Musikschule und Bücherei nicht durchgeführt bzw. nachgewiesen.

Die Entfernung des Blauregens in der neuen Fußgängerzone lehnen wir ebenfalls ab (siehe Ergebnis des Bürger*innenworkshops vom 07.09.23 zur FUZO).

Was mit dem Gelände der „Alten Feuerwache“ passieren soll, ist leider noch völlig unklar. Außerdem ist im ISEK-Entwurf die Erneuerung des Weststraßenparkplatzes vorgesehen, welche wir nicht zuletzt wegen der unverhältnismäßig hohen Kosten ebenfalls nicht mittragen können.

Unser Fazit: mögliche Risiken wurden nicht zu Ende gedacht, das Ganze ist aus unserer Sicht ein unkalkulierbares finanzielles Wagnis zu Lasten der nächsten Generationen. Wir werden die weitere Entwicklung kritisch begleiten.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel