Für eine lebenswerte Stadt, in der Natur, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger Hand in Hand gehen
Wir Gevelsberger Grüne laden Sie ein, gemeinsam mit uns die Zukunft unserer Stadt nachhaltig, fair und lebenswert zu gestalten. In diesem Wahlprogramm finden Sie unsere Ziele und konkreten Maßnahmen für Klima- und Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit, bürgernahe Verwaltung und eine zukunftsfähige Infrastruktur. Wir setzen auf transparente Politik, transparente Kommunikation und überwiegend lokale Lösungen, die Gevelsberg stärker, grüner und modern machen.
Klimaschutz, Klimaanpassung Natur, Umweltschutz
Schon jetzt gibt es immer mehr und gefährlichere Extremwetter wie Hitzewellen und Starkregen. Das Ziel bleibt dasselbe: die globalen Emissionen so schnell zu reduzieren, wie es irgendwie möglich ist, um die Erwärmung möglichst bald zu begrenzen. Auch auf lokaler Ebene sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich und möglich, die zur Begrenzung der Erderwärmung beitragen. Dazu gehört für uns auch, die bereits eingetretenen oben beschriebenen Folgen (Starkregen, Hitze) des Klimawandels abzumildern und Maßnahmen zur Klimaanpassung zu ergreifen.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen als zentrale Querschnittsaufgaben, die in die Verwaltung integriert werden, inklusive zusätzlicher Personalressourcen.
- Mehr Photovoltaik-Anlagen auf städtischen, gewerblichen und privaten Dächern sowie Förderung von Balkonkraftwerken (Stecker-Solaranlagen).
- Energie-Contracting-Modelle zur effizienten Energienutzung.
- Die Sanierung städtischer Liegenschaften und Erstellung eines qualifizierten Energieberichts.
- Die Erneuerung der Straßenbeleuchtung mit laternenbasierten Lademöglichkeiten, energiesparender und insektenfreundlicher Beleuchtung.
- Beratungsangebote für private Haushalte und Gewerbe zur Energieeinsparung.
- Die Entwicklung eines Maßnahmenplans für die Klimafolgenanpassung, inklusive Klimaanalyse.
- Die Förderung von Fassaden- und Dachbegrünungen sowie naturnaher Gartengestaltung.
- Mehr ökologisch wertvolles Grün in der Innenstadt, z.B. in der Mittelstraße, sowie bei städtischen Einrichtungen.
- Die Anlage von Blühwiesen, -streifen und insektenfreundlichen Beeten mit mehrjährigen Pflanzen.
- Patenschaften für Blumenbeete und Bäume.
- Pflanzungen und Erhaltung klimaangepasster Bäume.
- Eine Verschattung von Plätzen und Straßenzügen, vor allem in bebauten Bereichen.
- Eine Dachbegrünung für Bushaltestellenhäuschen.
- Die Schaffung von Versickerungsflächen für Starkregen.
- Das Einrichtung eines Taubenhauses zur Regulierung des Taubenbestandes.
- Die Begrenzung der Versiegelung und Förderung der Entsiegelung.
- Die Entwicklung eines Hitzeaktionsplans.
- Eine finanzielle Unterstützung für ehrenamtliche Natur- und Tierschutzarbeit.
Stadtentwicklung und Wohnen
Eine nachhaltige Stadtentwicklung muss im Einklang mit Umwelt- und Naturschutz geschehen, um unsere Stadt auch für die nachfolgenden Generationen lebenswert zu erhalten. Auch wenn wir den Kauf des Rupprecht-Hauses abgelehnt haben, werden wir die weiteren Planungen zur Nutzung des Gebäudes konstruktiv und kritisch begleiten.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Bezahlbares Wohnen durch sozialen Wohnungsbau.
- Die Unterstützung und Stärkung des Bauvereins.
- Weniger neue Wohnbauflächen auf der grünen Wiese, stattdessen Nachverdichtung und Schließen von Baulücken (z.B. ehemalige Sporthallen, Alte Feuerwache).
- Kooperationen im Erbbaurecht mit dem Bauverein.
- Schaffung, Erhalt und Umwandlung in bezahlbaren Wohnraum, z.B. Mehrgenerationenwohnen oder Umbau von Eigentümerhäusern.
- Die Einrichtung einer Wohnungstauschbörse.
- Die Sicherstellung von Frischluft in der Innenstadt trotz Verdichtung.
- Innenstadtentwicklung
- Die Überprüfung der Nutzung des Rupprechthauses, z.B. für Gewerbe, Dienstleistungen oder Gastronomie.
- Eine Flächenreduzierung für städtische Nutzung.
- Die Mittelstraße soll für alle Verkehrsteilnehmer*innen gleichrangig nutzbar sein. Mehr Platz im Straßenraum für körperlich eingeschränkte Menschen und deren Hilfsmittel sowie Eltern mit Kinderwagen. Bereiche für Raucher*innen mit Kippen-Sammelbehältern.
- Ein gesellschaftliches Miteinander in den Stadtteilen fördern.
Mobilität
Das derzeitige Angebot an Busverkehr in Gevelsberg und der Region ist höchstens als Grundangebot anzusehen und braucht einen neuen Schub, um für mehr Menschen als Alternative zum Auto angesehen zu werden.
Wir Grünen möchten für die Bürger*innen in Gevelsberg einen verlässlichen Nahverkehr, welcher mit einem guten Angebot, garantierter Anschlusssicherheit und Verlängerung der Busverkehrszeiten auch in die Abendstunden und an Sonn- und Feiertagen. (z.B. Stadtbuslinie 563) uns alle gut und sicher ans Ziel bringt. Im Bereich der VER müssen die Busverbindungen nicht nur ausgebaut, sondern auch besser funktionieren und nicht so oft ausfallen, wie es leider zurzeit der Fall ist.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) und Car-Sharing, z.B. durch Verlängerung der Busbetriebszeiten an Sonn- und Feiertagen. (Beispiel: Stadtbuslinie 563).
- Mehr geschützte Sitzmöglichkeiten an stark frequentierten Bushaltestellen sowie barrierefreier Ausbau der Haltestellen.
- Mobilitätsangebote für Schwachverkehrszeiten.
- Die Einführung eines Car-Sharing-Angebots in Zusammenarbeit mit dem städtischen Fuhrpark.
- Die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf klimafreundliche Antriebe (z.B. Elektro).
- Den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, z.B. in Kombination mit Stromspeichern.
- Tempo 30 im gesamten Innenstadtbereich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.
- Anwohner*innenparkplätze rund um die Mittelstraße.
Radverkehr
Ein großer Vorteil des Fahrrades ist unter anderem der viel geringere Flächenverbrauch für die erforderlichen Verkehrsflächen. Deshalb müssen wir alles dafür tun, den Anteil der Wege, die mit Fahrrädern anstatt mit Autos zurückgelegt werden, deutlich zu erhöhen. Das Radverkehrsnetz in Gevelsberg weist vor allem in der Innenstadt noch zu viele Lücken auf, die geschlossen werden müssen, damit noch mehr Radfahrer*innen gefahrlos ans Ziel kommen.
Wir von Bündnis90/Die Grünen Gevelsberg befürworten eine Radwegeverbindung auf der Elbschetalroute, treten jedoch für eine oberirdische Alternative ein. Diese könnte schon in wenigen Jahren und mit viel geringeren Kosten möglich gemacht werden als die Tunnelvariante. Gegen die Tunnelvariante stehen nicht nur arten- und naturschutzrechtliche Belange (z.B. die Vielzahl von nach EU-Recht geschützen Fledermausarten), sondern auch die enormen Kosten die eine bauliche Herrichtung des seit Jahrzehnten ungenutzen Tunnes erfordern würde. All dies wird dazu führen, dass eine Tunnellösung nicht schnell, sondern maximal in 15-20 Jahren zu erwarten ist.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Den Ausbau und Lückenschluss der Radwege zur besseren Vernetzung, insbesondere für den Alltagsradverkehr.
- Den umweltverträglichen Ausbau des Elbschetalradwegs mit Anschluss an Silschede und Asbeck, also eine schneller realisierbare und kostengünstigere oberirdische Verbindung im Sinne des Natur- und Artenschutzes!
- Die Kontrolle zugeparkter Radwege und Radfahrstreifen.
- Sichere Abstellmöglichkeiten, z.B. an Bahnhöfen.
- Die Erhöhung der Sicherheit beim Radverkehr, z.B. durch Aufstellflächen an Ampeln.
- Einen Winterdienst für Radwege sowie regelmäßiges Freischneiden von zugewachsenen Wegen.
Bildung und Erziehung
Da Bildung eine Investition in die Zukunft ist, hat sie bei Bündnis 90/Die Grünen auch in Zeiten knapperer Kassen Priorität. Kinder und Jugendliche müssen in allen Entwicklungsphasen vielfältig und ganzheitlich gefördert werden. Sie haben das Recht auf eine Bildung, die ihre Chancen auf demokratische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Teilhabe sichert. Kein Kind darf auf diesem Weg verloren gehen.
Unser Anspruch ist eine zukunftsfähige Bildung, die chancengleich ist, alle mitnimmt und demokratische Teilhabe stärkt. Wir setzen den Fokus auf eine kritische Evaluation des bisherigen Ausbaus der Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) und streben ein flexibles, bedarfsgerechtes Raumangebot an – mit besonderem Augenmerk auf nachhaltige Nutzung und faire Strukturen, damit Bildung auch dort gelingt, wo Familien Unterstützung benötigen.
Das bedeutet auch, dass von Anfang an ausreichende und bedarfsgerechte Betreuungsplätze zur Verfügung stehen müssen. Auch die Träger*innenvielfalt muss gewährleistet bleiben. Schrumpfende Mitgliederzahlen, steigende Kosten – die Kirchen müssen sparen. Ihre Betreuungseinrichtungen kosten sie sehr viel Geld. Daher unterstützen wir, dass auch die konfessionellen Träger*innen ausreichende finanzielle Unterstützung erhalten.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Eine kritische Bewertung des Ausbaus der Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS). Ziel ist ein flexibles und angemessenes Raumangebot (Montag-Stiftung).
- Einen weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur in Schulen, Kitas und öffentlichen Einrichtungen.
- Die weitere Förderung digitaler Lernmethoden und Ausstattung mit moderner Technik.
- Unterstützung bei der Weiterbildung von Lehrkräften im Bereich Digitalisierung.
- Die Einrichtung von Lernorten für digitale Kompetenzen, z.B. Makerspaces oder Mediatheken.
- Die Förderung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
- Ausreichend große, naturnah gestaltete Außen- und Spielgelände in Kitas und Schulen.
- Unterstützung der Schulsozialarbeit.
- Die Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlaments, um ihre Bedürfnisse und Interessen wahrzunehmen und demokratische Prozesse zu erlernen.
- Den Ausbau und Förderung der offenen, aufsuchenden Jugendarbeit, mit mindestens vier Stellen statt der bisherigen zwei. (Streetworker).
- Ein für alle bezahlbares, gesundes Mittagessen in den Kitas und in der OGS.
- Unterstützung von Familien durch Betreuungsangebote und flexible Arbeitsmodelle.
Soziales und Gesundheit
Gevelsberg wird – wie viele andere Städte in Deutschland – älter und vielfältiger. Auch ältere Gevelsberg*innen möchten möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Daher ist es wichtig, insbesondere die häusliche Pflege, Dienstleistungen und Versorgung sicherzustellen. Eine Förderung von Senior*innen-Wohngemeinschaften und betreutem Wohnen sollte im Vordergrund stehen. Auch ein gutes Quartiersmanagement ist hier unabdingbar, denn die Quartiersarbeit ist generationenübergreifend, integrativ und inklusiv.
Unser Anspruch ist eine wohnortnahe, bezahlbare und hochwertige Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger. Wir möchten die Prävention stärken und den Zugang zu medizinischer Versorgung verbessern. Das Gesundheitswesen muss transparent, bürgernah und resilient sein – auch in Krisen.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Finanzschwachen Gevelsbergerinnen und Gevelsbergern die Teilhabe an sozialen, kulturellen und sportlichen Angeboten ermöglichen.
- Ausbau der Angebote für ältere Menschen, z.B. durch generationenübergreifende Projekte und barrierefreie Einrichtungen.
- Quartiersbezogene Wohn- und Pflegeangebote und neue Wohnformen ausbauen sowie individuelle Unterstützungslösungen für ein Leben zu Hause weiterentwickeln.
- Förderung der psychischen Gesundheit durch Beratungsstellen und Präventionsprogramme.
- Ausbau der medizinischen Versorgung, z.B. durch zusätzliche Arztpraxen oder mobile Gesundheitsdienste.
Integration, Inklusion und Gleichstellung
Zugezogene oder zugewiesene Migrant*innen werden in Gevelsberg nach Kräften unterstützt und integriert. Die Grünen sehen das als bereichernd und menschlich notwendig an. Wir sehen gleichwohl auch die Schwierigkeiten, das erfolgreich zu tun, und unterstützen gerne die vielfältigen ehrenamtlichen Engagements in unserer Stadt. Wir möchten Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, auch psychischen Erkrankungen, ermöglichen gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilhaben und selbstbestimmt, gemeinsam mit nichtbehinderten Menschen leben, lernen und arbeiten können. Frauen sind in Deutschland zwar rechtlich gleichberechtigt, aber werden oftmals doch noch strukturell benachteiligt; sei es durch die Aufteilung der Sorge-Arbeit für die Familie oder die unterschiedliche Bezahlung. Wir werden uns bei allen politischen Ideen und Vorschlägen immer auch dafür einsetzen, deren Auswirkungen auf Frauen und Mädchen zu berücksichtigen.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Die Unterstützung von Initiativen, die das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Gemeinschaften stärken.
- Alternative Unterkünfte für Geflüchtete bereitstellen (Rupprecht Haus).
- Den Ausbau barrierefreier Angebote in öffentlichen Einrichtungen, im Nahverkehr und bei Veranstaltungen.
- Die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen durch spezielle Angebote und barrierefreie Infrastruktur.
- Die Förderung von inklusiven Bildungsangeboten und Arbeitsplätzen, um die Teilhabe aller Menschen zu gewährleisten.
- Die Fortführung des Gleichstellungsplans um Chancengleichheit und Gleichstellung aktiv zu fördern.
Kultur, Sport und Freizeit
Kunst und Kultur sind freiwillige Aufgaben der Stadt und doch prägen sie entscheidend unsere Lebensqualität hier vor Ort mit. In Gevelsberg gibt es bislang noch eine gute Mischung von kulturellen Angeboten, aber wie sieht das in Zukunft aus? Was kann sich die Stadt noch leisten? Wichtig ist uns Grünen eine breite, kulturelle Vielfalt in Gevelsberg zu erhalten. Für uns ist entscheidend, dass die Rahmenbedingungen stimmen, die eine Entstehung kultureller Prozesse und vielfältiger Kulturprojekte ermöglichen. Daher ist es wichtig, dass wir eine umfassende Bestandsanalyse unserer Veranstaltungsstätten durchführen. Welche Orte bieten wir für kulturelle Veranstaltungen an? Sind sie barrierefrei und für alle zugänglich?
Wir regen an, nicht nur die bestehenden Angebote zu unterstützen, sondern auch neue Ideen und Formate zu entwickeln wie eine interkommunale Zusammenarbeit mit den anderen Städten im EN-Kreis., gerade auch was die Veranstaltungsstätten anbelangt. Hier könnten Kosten gespart werden. Durch den Austausch mit unseren Nachbarstädten, können wir Netzwerke schaffen, die es uns ermöglichen, kulturelle Veranstaltungen über die Stadtgrenzen hinweg zu organisieren. Zum Beispiel durch den umweltfreundlichen Einsatz von Shuttlebussen.
Sport gehört zu den wesentlichen kommunalen Standortfaktoren. Er stellt für mehr als die Hälfte der Gevelsberger Bevölkerung eine wichtige Freizeitbeschäftigung dar.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Den Erhalt des bestehenden Kulturangebots.
- Den Ausbau der Kulturinfrastruktur, Veranstaltungsstätten und Proberäume.
- Die Unterstützung des „Netzwerks Kultur“ in Gevelsberg.
- Eine Zusammenarbeit mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis zur Etablierung eines Kulturförderprogramms.
- Die Entwicklung interkommunaler Kooperationen, z.B. durch Shuttle- oder Kulturbusse.
- Eine vorausschauende Planung bei Investitionen in die Sanierung und den Neubau von Sportstätten.
- Eine interkommunale Zusammenarbeit bei Sportanlagen.
- Schwimmbäder als Teil der Daseinsvorsorge erhalten, mit einer zweckmäßigen Sanierung des Hallenbades.
- Die Zukunft des Berger Sees als Freizeit- und Badegewässer prüfen.
- Die Integration eines Wasserspiels in die FUZO (VHS) und in die Innenstadt, z.B. am Ennepe-Bogen.
Wirtschaft und Einzelhandel
Unter nachhaltiger Wirtschaftspolitik verstehen die Grünen, dass neue Gewerbeflächen an unversiegelten Standorten nur in Ausnahmefällen ausgewiesen werden. Wenn möglich, sollten alte, brach liegenden Gewerbeflächen, mit Landesmitteln oder besser von dem/der aktuellen Eigentümer*in saniert werden. Die angesiedelten Gewerbe sollten zukunftsorientiert sein. Unternehmensgründungen sollten so weit wie möglich unterstützt werden. Nach wie vor wird in Gevelsberg zu viel Fläche neu versiegelt, indem Wohn- und Gewerbegebiete auf der grünen Wiese gebaut werden, anstatt eine Verdichtung im Innenbereich, auf bestehenden Brachflächen oder Baulücken, zu bevorzugen. Bei der Nutzung von Baulücken und Brachflächen ist jedoch auch darauf zu achten, Begegnungs- und Bewegungsräume sowie Frischluftschneisen zu erhalten. (siehe Kapitel Umweltschutz).
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Die Entwicklung eines Konzepts zur Ansiedlung von Unternehmensgründungen, z.B. durch Schaffung anmietbarer Flächen für Start-ups.
- Ansiedlungen innerhalb der im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Flächen, um keinen weiteren Flächenverbrauch zu verursachen (Flächenrecycling).
- Die Unterstützung des Einzelhandels und der Gastronomie durch ein optimiertes Verkehrskonzept, das alle Verkehrsteilnehmer*innen gleichberechtigt berücksichtigt.
- Eine Geschwindigkeitsreduzierung (z.B. 7 km/h-Zone) und Verkehrsberuhigung in der Mittelstraße in den Abendstunden für mehr Aufenthaltsqualität.
- Geschwindigkeitsmessungen mit gleichzeitiger Überwachung.
- Die Erhaltung und Stärkung des Wochenmarkts.
- Eine Überarbeitung des Einzelhandelskonzepts.
- Eine Förderung von Start-ups und Co-Working-Spaces.
Stadtsauberkeit, Sicherheit und Ordnung
Es ist höchste Zeit, sich noch einmal verstärkt mit dem Thema Stadtsauberkeit zu befassen, da sich diese in den letzten Jahren, insbesondere in der Innenstadt, weiter verschlechtert hat. Wir wollen dazu einen runden Tisch auf breiter Basis unter Beteiligung der Bürger*innen, der städtischen Fachbereiche und weiteren Beteiligten, wie z.B. ProCity, um entsprechende Maßnahmen zu erarbeiten. Die Gevelsberger Grünen setzen sich für eine ganzheitliche Herangehensweise an das Thema Sicherheit ein.
Es sollte eine Kombination aus technischen, sozialen und präventiven Maßnahmen geben, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen und Kriminalität und Unsicherheiten zu reduzieren. Der Fokus liegt auf einer verbesserten, insektenfreundlichen Beleuchtung, damit dunkle Ecken und Plätze sicherer werden. Außerdem werden mehr Mülleimer benötigt, denn saubere und ordentliche öffentliche Räume tragen zur Sicherheit bei, da sie das Umfeld angenehmer und weniger anfällig für unerwünschte Aktivitäten machen.
Ein geeignetes Instrument ist auch die Förderung von Nachbarschaftshilfe. Gemeinschaftsprojekte initiieren, bei denen Nachbar*innen sich gegenseitig unterstützen und aufeinander achten. Außerdem sollte der Lärmschutz besser kontrolliert werden, um das Wohlbefinden von Anwohner*innen zu schützen und so Konflikte zu vermeiden
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Eine Verbesserung der Beleuchtung in dunklen und abgelegenen Bereichen.
- Die Förderung von Nachbarschaftshilfe.
- Mehr öffentliche Mülleimer mit Aschern an viel besuchten Straßen, Plätzen und Grünflächen aufstellen, um die Sauberkeit zu fördern.
- Regelmäßigere Kontrollen und Leerungen der städtischen Mülleimer sicherstellen, damit keine Behälter überquellen.
- Pfandringe an Mülleimern anbringen, um das Recycling zu erleichtern und die Umwelt zu schützen.
- Mehr Mülleimer entlang der Radwege.
- Eine zentrale Stelle für Abfallberatung und Stadtsauberkeit einrichten, die Bürger*innen bei Fragen unterstützt und Informationen bereitstellt.
- Die Sammelmenge an Bioabfall erhöhen, um umweltgerechte Entsorgung und Kompostierung zu fördern.
- Maßnahmen gegen Lärm- und Umweltbelastungen, z.B. durch Geschwindigkeitskontrollen. Lärmschutz fördern.
Städtische Finanzpolitik
Uns ist bewusst, dass die engen finanziellen Spielräume unserer Stadt allen Projekten Grenzen setzen. Wir wollen nicht, dass Prestigeobjekte wie beispielsweise das Rupprechthaus mit großen Schulden und hohen Folgekosten bis weit in die Zukunft unsere Mitbürger*innen belasten. Wir unterstützen bescheidene, praktikable Lösungen, deren Nutzen und Folgekosten überdacht sind.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Die Neuverschuldung begrenzen und auf zukunftsweisende Investitionen beschränken.
- Die Tilgung der Schulden darf nicht länger dauern als die Lebensdauer des finanzierten Projektes (z.B. SchwimmIn).
Moderne Stadtverwaltung
Das derzeitige digitale Angebot für Bürgerinnen und Bürger in Gevelsberg ist aus Sicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN noch ausbaufähig. Anzustreben sind eine digitale Signatur sowie eine transparente Statusverfolgung. Bürgernahe Services erfordern schnelle Reaktionszeiten, klare Kommunikation, leicht zugängliche Ansprechpartner und barrierefreie Angebote. Die Website der Stadt Gevelsberg soll nutzer*innenfreundlich sein, das bedeutet vor allem ein für alle funktionierendes Ratsinformationssystem, mehrsprachige Angebote sowie inklusive Formulare.
Wir unterstützen Effizienz und Zusammenarbeit durch vernetzte Fachverfahren, Standardisierung von Prozessen, interkommunale Zusammenarbeit und Sharing von Ressourcen. Für Sicherheit und Datenschutz benötigen wir ein funktionierendes Risikomanagement. Wir legen Wert auf Nachhaltigkeit und Resilienz, das heißt eine umweltfreundliche Verwaltung, klimafreundliche Entscheidungen sowie ein optimales Notfall- und Krisenmanagement.
Wir wollen konkret für Gevelsberg:
- Eine digitalisierte, fortschrittliche Verwaltung, die effizient und bürger*innenfreundlich arbeitet.
- Eine barrierefreie Verwaltung: Zugangshindernisse jeglicher Art müssen abgebaut werden.
- Eine verständliche und unbürokratische Kommunikation zwischen Bürger*innen und Verwaltung.
- Mehr niederschwellige und auch digitale Bürger*innenbeteiligung bei wichtigen städtischen Projekten.
- Ein funktionierendes Ratsinformationssystem, welches für alle einfach zu nutzen ist.

