Fakten-Check zum Rupprecht-Haus

63 Mio. EURO für den Umbau des Rupprecht-Hauses

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in den Diskussionen der letzten Wochen zu diesem Thema sind leider einige falsche bzw. irreführende Aussagen gemacht worden. Auch wenn das Projekt anscheinend nicht mehr zu stoppen ist, halten wir es für unsere Pflicht, Sie über diese Punkte zu informieren. Deshalb dieser Faktencheck

Der Umbau entsprechend der aktuellen Planung ist alternativlos.
(WP/WR v. 06.03.26)

FALSCH
Nichts ist alternativlos! Mit alternativen Baumaßnahmen könnten ganz neue städtebauliche Möglichkeiten mit deutlich weniger Kosten entstehen, wodurch das Stadtzentrum genauso gut aufgewertet würde. Mit den dadurch ersparten Kosten könnte z.B. die neue Stadtbücherei personell besser ausgestattet werden, so dass vom Angebot und erweiterten Öffnungszeiten her ein attraktiveres Angebot für die Bürger*innen entsteht.

Ein Planungsstopp in der jetzigen Phase würde eine erhebliche Verzögerung von mehreren Jahren für das Projekt nach sich ziehen.
(Claus Jacobi in WDR-Lokalzeit 12.02.26)

FALSCH
Dieses ist eine nicht nachvollziehbare Behauptung. Es ist eine Tatsache, dass die Kosten bereits jetzt völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Innerhalb eines Jahres könnten durch eine Modifikation der Pläne kostengünstigere Projektalternativen entwickelt werden. Eine Fertigstellung bis Anfang der 30er Jahre wäre damit weiterhin möglich.

Der Umbau wäre im Juni 2024 in der jetzigen Form vom Stadtrat einstimmig beschlossen worden.
(u.a. Björn Rehmer in WDR-Lokalzeit 12.02.26)

FALSCH
In der Ratssitzung am 04.07.24 wurden NUR die Vorgaben für den Architektenwettbewerb auf Basis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Firma Diederichs beschlossen. Darin belaufen sich die Gesamtkosten auf 55 Mio. € (inkl. 15 % Risiko- und 3,5 % p.a. Inflationszuschlag). Da sich aber bereits innerhalb von gut einem Jahr eine Kostenerhöhung von 15 % abzeichnet, wäre jetzt der richtige Augenblick, die Reißleine zu ziehen, weil weitere Steigerungen drohen.

Der Umbau war in der Untersuchung der Firma Diederichs als wirtschaftlichste Variante ausgewählt.
(Wirtschaftlichkeitsuntersuchung vom 07.06.24)

RICHTIG, ABER
nur unter der Bedingung, dass das Bauvolumen auf den Flächenbedarf der städtischen Einrichtungen angepasst würde (5.140 qm + Verkehrsflächen). Bei der Berechnung der Umbaukosten wurde ein Rückbau des Dachgeschosses vorgesehen, so dass drei Obergeschosse für die eigene Nutzung verbleiben würden. Im aktuellen Entwurf ist jedoch ein zusätzliches Staffelgeschoss geplant, so dass das Gebäude fünf Obergeschosse hat. Hieraus resultiert der enorme Anstieg der Baukosten, ohne dass es einen zwingenden Bedarf für die zusätzlichen Flächen gibt. Für die gesamte Nutzungsdauer ergeben sich daraus deutlich höhere Folgekosten, wenn zukünftig fünf eigengenutzte Etagen, anstatt drei Etagen beleuchtet, geheizt, gereinigt und bewacht werden müssen.

Die voraussichtlichen Gesamtkosten sind immer mit größtmöglicher Transparenz öffentlich gemacht worden.
(sinngemäß Claus Jacobi bei mehreren öffentlichen Auftritten)

FALSCH
Noch zum Jahreswechsel wurden im Gevelsberger Jahresmagazin 2026 45 Mio. € Gesamtkosten genannt, obwohl in der Stadtverwaltung schon seit Monaten klar gewesen sein muss, dass dieser Wert deutlich zu niedrig ist.

Alle vorgelegten Entwürfe lagen im Kostenrahmen von etwas mehr als 20 Mio. €.
(Björn Remer bei der Präsentation des Siegerentwurfs; WP/WR 21.01.2025)

Vermutlich FALSCH
Es ist nicht vorstellbar, dass sich die Baukosten für einen vorliegenden Entwurf innerhalb eines halben Jahres mehr als verdoppeln. Das Architekturbüro hat sehr geschickt einen Entwurf erstellt, der alle begeistert, aber keinesfalls in dem vorgegebenen Kostenrahmen zu realisieren ist.

Das Rupprechthaus war wichtiges Wahlkampfthema und deshalb haben die Bürger mit ihrer Wahl das Projekt unterstützt.
(Claus Jacobi in der WP vom 03.02.2026)

FALSCH
Das Rupprecht-Haus wurde von keiner Partei im Wahlkampf thematisiert. Die Bürger mussten vor der Wahl noch von Baukosten von deutlich unter 30 Mio.€ ausgehen, da nur dieser Betrag in 2025 in der Presse genannt wurde. (WP/WR 15.04.2025)

Ein Verzicht würde uns mehr kosten, als die derzeitige Planung umzusetzen.
(Christina Bösken in der Ratssitzung vom 12.03.2026)

FALSCH
Es gibt keine seriöse Rechnung, mit der diese Behauptung zu belegen wäre. Die Baukosten für einen Abriss/Neubau lagen in der Gegenüberstellung von 2024 deutlich unter den aktuell prognostizierten Baukosten von 63 Mio. €. Noch nicht einmal Herr Jacobi konnte in der WDR-Lokalzeit am 12.02.26 glaubhaft darstellen, warum ein Neubau teurer sein sollte, als die Umbau-Variante.


Auch wenn so getan wird, dass dieses Projekt nicht mehr zu stoppen sei, wollten wir Ihnen mit diesen Fakten ein paar Argumente für die Diskussionen im Familien- oder Freundeskreis an die Hand geben.

Wie würden uns auf Ihre Rückmeldung auf Facebook oder per E-Mail (info@gruene-gevelsberg.de) freuen. Teilen Sie uns mit,

  • ob Sie vollumfänglich den jetzigen Projekt-Entwurf unterstützen oder
  • ob Sie unsere Bedenken teilen, dass wir besonders den nachfolgenden Generationen, die von Bücherei und Musikschule profitieren sollen, keinen Berg an Schulden und Folgekosten hinterlassen dürfen.