Radwege in Silschede „Besser ohne Tunnel“!

Am letzten Samstag waren wir in der Fußgängerzone und hatten dort viele interessante Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern. Wir informierten zum geplanten Elbschetalradweg. Wir sagen „Ja“ zu diesem Radweg, aber mit der steigungsarmen, oberirdischen Variante, mit Anschluss für Radfahrer*innen aus Silschede. Wir sagen aber auch „Ja“ zum Arten- und Naturschutz. Wir haben dazu Unterschriftenlisten ausgelegt und sammeln auch noch weiter Unterschriften.

Wir, der Ortsverein von Bündnis90/Die Grünen Gevelsberg, können uns eine Nutzung für Fahrräder auf diesem Teil der alten Bahntrasse nur vorstellen, wenn eine erfolgreiche Umsiedlung der Fledermauspopulation sichergestellt werden kann. Aber das ist aus Sicht der Biologischen Station des Ennepe-Ruhr-Kreises nicht ohne weiteres möglich. Aufgrund der Vielzahl der Fledermausarten, die jede ein eigenes Wohlfühlklima benötigt, können Ersatzquartiere für einzelne oder wenige Arten mit ähnlichen Ansprüchen wenn überhaupt, nur zeitweise angenommen werden. Ein Ganz-Jahresquartier wie der Silscheder Tunnel, das über die bloße Quartiersfunktion noch viele weitere Funktionen (Schwärmquartier für Informationsaustausch, Paarung, etc) für so viele Arten übernimmt, ist nicht zu ersetzen, erst recht nicht durch viele Einzelquartiere für die unterschiedlichen Arten. Und auch ein Nachbau eines Tunnels wäre immer anders als das Original.

Gleichzeitig existiert am schattigen und feuchten Nordportal des alten Silscheder Eisenbahntunnels ein „Hangwald mit Schluchtwaldcharakter“. Dieser ist in seiner Ausprägung einzigartig im EN-Kreis und wäre durch Eingriffe beim Bau und Betrieb des Radweges auf Dauer gefährdet.

Für das Geld, welches man zur Nutzung des Tunnels aufbringen müsste, könnte man viele sinnvolle Querungshilfen an verschiedenen Stellen einrichten und ein weiterführendes – auch touristisches – Netz schaffen, welches dann auch den Nutzer*innen der Strecke Wetter-Silschede eine Umfahrungsstrecke für die komfortablere, steigungsärmere Tunnelquerung anbietet. Leider sind solche Alternativrouten nie wirklich untersucht worden.

Wir waren die einzige Fraktion, die sich diese Untersuchung in der Biologischen Station hat erklären lassen. Wir sind nach diesem Termin der Meinung, dass eine Umsiedlung oder eine Koexistenz von Fahrradfahrer*innen und Fledermäusen wahrscheinlich nicht möglich ist.

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